User Experience – ein Begriff, viele Definitionen

Veröffentlicht am: 17 Januar 2011

User Experience Designer – wer sich heute so nennt, klingt wichtig und trendy. Was genau aber versteht man unter dem Begriff “User Experience” eigentlich?

Leider konnte sich die Expertengemeinde nicht wirklich auf einen gemeinsamen Nenner einigen und so existieren zahlreiche Definitionen des Begriffs. Auf allaboutux.org hat man sich die Mühe gemacht, die meisten Beschreibungen für UX zu sammeln und zu veröffentlichen.

Den User Experience Designer in einer Person vereint, gibt es meiner Meinung nach nicht wirklich, da so viele verschiedene Fähigkeiten und Bereiche durchdacht, geplant und umgesetzt werden müssen, um eine gute Erfahrung des Benutzers zu gewährleisten, dass diese Person vom Online/Offline Marketing, User Research, Requirements Engineering, Information Architecture, Visual Design, Programmierung, Kommunikation und Vermarktung, Service Design, etc. alles in sich vereinen müsste. Die eierlegende Wollmilchsau sozusagen. Denn an allen Berührungspunkten des Benutzers mit einer Marke oder einem Produkt kann seine Wahrnehmung negativ oder überraschend positiv beeinflusst werden (z.B. durch Freude bei der Bedienung, freundlichen Kundenservice, hilfreiche Features  oder schnelle Reaktionszeiten des Systems).

Für mich trifft es Definition 2 der Nielsen-Norman Group daher am besten:

All aspects of the end-user’s interaction with the company, its services, and its products. The first requirement for an exemplary user experience is to meet the exact needs of the customer, without fuss or bother. Next comes simplicity and elegance that produce products that are a joy to own, a joy to use. True user experience goes far beyond giving customers what they say they want, or providing checklist features. In order to achieve high-quality user experience in a company’s offerings there must be a seamless merging of the services of multiple disciplines, including engineering, marketing, graphical and industrial design, and interface design.

Was ein UX Designer in einer Person allerdings leisten kann, ist die Koordination all dieser Bereiche zu einem großen, runden Bild. Zumeist gibt es in Projekten niemand, der den Gesamtüberblick über alle Aktivitäten, die den Endbenutzer betreffen und beeinflussen, hat, was meistens dazu führt, dass Insellösungen von einzelnen Abteilungen (z.B. der Website-Verantwortlichen) vielleicht eine gute Erfahrung für den Benutzer bieten, diese jedoch durch nicht abgestimmte Aktionen anderer Abteilungen (z.B. Kundenservice oder Marketing) wieder gemindert werden. Die Kommunikation und Planung aufeinander abgestimmter Schritte sollte daher für einen UX Designer im Vordergrund stehen, wozu sicherlich außerdem ein fundiertes und breites Verständnis aller beteiligten Fachbereiche vonnöten ist.


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